Karoline von Günderrode
* Karlsruhe 11. 2. 1780, † Winkel (heute zu Oestrich-Winkel) 26. 7. 1806
Zueignung |
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Ich habe Dir in ernsten stillen Stunden, Betrachtungsvoll in heil'ger Einsamkeit, Die Blumen dieser und vergangner Zeit, Die mir erblüht, zu einem Kranz gewunden.
Von Dir, ich weiß es, wird der Sinn empfunden, Der in des Blüthenkelchs Verschwiegenheit Nur sichtbar wird dem Auge, das geweiht Im Farbenspiel den stillen Geist gefunden.
Es flechten Mädchen so im Orient Den bunten Kranz; daß vielen er gefalle, Wetteifern unter sich die Blumen alle.
Doch Einer ihren tiefern Sinn erkennt, Ihm sind Symbole sie nur, äußre Zeichen; Sie reden ihm, obgleich sie alle schweigen. |
Para ti, en horas graves y calladas, reflexiva, en sagrada soledad, con flores de ésta y de pasada edad, para mí abiertas, tejí una guirnalda.
Por ti, lo sé, es el sentido captado, que en la reserva del cáliz, tan sólo visible es al que halló, iniciado ojo en el iris, espíritu callado.
Así trenzan muchachas en Oriente la guirnalda en color; para que encante a muchos pugnan entre sí las flores.
Y Uno es del hondo sentido consciente, para él son sólo un símbolo, exteriores signos, que le hablan y callan, no obstante.
(Traducción: Héctor A. Piccoli) |