Hintergrund für einen Baum am Steilufer

 

 

 

Wo kein Engel tritt, noch Segel treibt,
hoch und aufwärts,
sammelt Versunkenes sich,
in seidener Stille verwahrt,
als zu sich selbst wogendem Blau.



Dieses heißt Tiefe: auch in Hellem
undurchsichtig sein,
Sehnsucht hegen
nach einem von jeher verlorenen Gewicht.



Daraus tritt er wie ein Gestirn hervor,
das durch Astwerk und Gezweig
in immer dünnere Gestirne überginge,


ein jedes zwar im eignen Rhythmus schwingend,
alle sich jedoch vereinigend
durch ein übers Blau wehendes Gefühl.



Und das fließt aschig hin,
verzweigt sich
und ängstigt sich nicht vor seinem Ende,


die Asche will in Trauben
als Gold herunterhängen


und sich auch ins Ganze wagen
was ihr am Rande entsprießt:


ein leichtes,
schüchternes,
den kommenden Frühling ahnendes Grün…


Geruhsam aber die schwermütige Flut
spült da unten an die Grenzen
immerfort der Erde Farben;


die trägt er, der Vermittler:
indem er von Verwahrlostem nun
langsam ins lichtere Gedächtnis
sich verästelt,

strebt etwas mit
zum Blau empor


und wird dort aufgeschlagen


wie sonst ein Zelt
auf Erden