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Künftige Zeitallegorie

 

 

 

»Es kommt ein Schiff, geladen
bis an sein’ höchsten Bord,
trägt Gottes Sohn voll Gnaden,
des Vaters ewigs Wort.
[…]«

dem Mystiker Johannes Tauler zugeschrieben

»Mein oft bestürmtes Schiff, der grimmen Winde Spiel,
Der frechen Wellen Ball, das schier die Flut getrennet,
Das über Klipp’ auf Klipp’ und Schaum und Sand gerennet,
Kommt vor der zeit an’ Port, den meine Seele will.
[…]«

Andreas Gryphius, »An die Welt«

»Manche freilich müssen drunten sterben,
Wo die schweren Ruder der Schiffe streifen,
Andre wohnen bei dem Steuer droben,
Kennen Vogelflug und die Länder der Sterne.«

Hugo von Hofmannsthal, »Manche freilich…«



Es war einmal ein Schiff auf hoher, fremder See,
voll Fracht und voll Fahrgästen, ohne Reiseziel,
die meisten abgeschottet, ewig unter Deck.
Ein dichter Nebel kam von Luv und kam von Lee,
als ins Hauptsegel schlug der Windsbraut Peitschenstiel,
daß der ganze Rumpf bebte von Bug bis Heck.
Ein schlafloser Palinurus blieb stur am Steuer,
peilte den Wirbelsturm an, hielt sich fern vom Port
und erließ dann, zum Unheil aller, ein Gebot:
»Kajüten nicht verlassen; niemand geht von Bord«
Und keine Hölle scheuend noch kein Fegefeuer,
fuhr er alle als Amok-Pilot in den Tod.

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